Experten Sprechstunde

Weitere Informationen erhalten Sie auf unserer Hauptseite http://www.experten-sprechstunde.de

Heuschnupfen-Sprechstunde

Univ.-Prof. Dr. med. Harald Enzmann
Beratender Allergologe an der HNO-Klinik des UKBF
Allergologie, HNO-Heilkunde, Umweltmedizin, Plastische Operationen
Holzmarktstraße 75
10179 Berlin

Tel.: 030 / 3215382
Fax: 030 / 30824786

Prof.Enzmann@t-online.de

Univ.-Prof. Dr. med. Harald Enzmann Beratender Allergologe
 an der HNO-Klinik des UKBF
Allergologie, HNO-Heilkunde, Umweltmedizin, Plastische Operationen Holzmarktstraße 75 10179 Berlin


Tel.: 030 / 3215382
Fax: 030 / 30824786
Prof.Enzmann@t-online.de

Schwerpunkte:




PROTOKOLL

Heuschnupfen-Sprechstunde

Yogi : Mein Sohn wird seit Jahren erfolgreich mit Bioresonanz behandelt! Eine Therapie hält ca.3 Jahre! Warum wird diese Möglichkeit in Zusammenhang mir Allergien nie erwähnt, obwohl sie keinerlei Nebenwirkungen hat?

PROF. ENZMANN : Die Wirkungsweise der Bioresonanz und wie man sie anwendet, ist eigentlich bekannt. Sie hat nur den Nachteil, daß man diese Therapie viel einfacher und preiswerter auch mit einem Würfel machen könnte. Die Wirkung ist nur eine psychologische.

Nasko : Ich nehme Schwarzkümmel-Öl, hat das Nebenwirkungen?

PROF. ENZMANN : Schwarzkümmelöl hat, wenn Sie nicht gerade eine Allergie dagegen haben, keine Nebenwirkungen. Mir sind allerdings auch keine Wirkungen bekannt.

ildigo : wie kann man bei Kleinkindern Allergien nachweisen ?

PROF. ENZMANN : Bei Kleinkinder, da sind es meist atopische Erkrankungen, macht man das über das Blut und bestimmt das spezifische Immunglobulin E. Das spezifische Immunglobulin E muß mit dem klinsichen Befund abgeglichen werden.

Cori : Was genau ist Heuschnupfen eigentlich ?

PROF. ENZMANN : Heuschnupfen, Hay-Fever im Englischen, wurde um die Jahrhundertwende vor allem in England erkannt und beschrieben. Es war Wolff Eisner, der als Erster erkannte -was wenige wissen -, daß der Pollen eine allergische Reaktion in der Nase auslöst. Und Allergie heißt, daß bei einem Erstkontakt der Körper immer empfindlicher wird. Beim Pollen kommt dies durch die Bildung des Immunglobulins E zustande.

Janine Uhlenwinkel : Ich wurde vor vier Jahren auf Heuschnupfen getestet, der Befund war negativ. Letztes Jahr im Sommer musste ich andauernd niesen und die Augen haben gejuckt und getränt. Muss ich den Test beim Arzt selber bezahlen oder zahlt es die Krankenkasse?

PROF. ENZMANN : Nein, Sie müssen diesen Test nicht selbst zahlen. Er gehört wiederholt und muß ggf. im allergenen Spektrum erweitert werde. Falls nicht geschehen, müssen ein oder besser zwei Schimmelpilze mitgetestet werden, die einen Heuschnupfen vortäuschen. Selten gibt es auch Allergien, die im Hauttest nicht erfaßt werden können und an der Nase provoziert werden müssen. Auch das zahlt die Krankenkasse.

linker : Von andere allergischen Reaktionen weiß ich, dass sie auch zum Tode führen können, wie bei Wespenstichen. Ich bin noch relativer Neu-Allergiker mit einer Heuschnupfen-Allergie. Kann es dabei auch zu einem lebensbedrohlichen Zustand kommen?

PROF. ENZMANN : Ja, aber normalerweise ist der Heuschnupfen eine nicht lebensgefährliche Erkrankung, muß es aber nicht bleiben. Todesfälle im anaphylaktischen Schock sind bei Pollenallergie durchaus bekannt und beschrieben. Sie sind aber selten und sie sollten darüber mit Ihrem Arzt sprechen.

krümel : Ab welchem alter kann man Heuschnupfen feststellen und kann er auch Hustenanfälle verursachen, die die ganze nacht andauern? Meine Tochter, 2,5 Jahre alt, hat Neurodermitis, viele Allergien (Lebensmittel, Hund) und obstr. Bronchitis. Der Hustenanfall fing am Nachmittag an und dauerte bis 4 Uhr nachts.

PROF. ENZMANN : Heuschnupfen bzw. die Neigung zum Heuschnupfen kann man ab der Geburt feststellen über die IG-Bestimmung. Hustenanfälle sind ein sehr ernstes Zeichen und kündigen ein Asthma an. Sie sollten unbedingt Ihren Arzt aufsuchen.

birgit : Vor meiner Schwangerschaft war ich auf Haselnuss, Beifuß, Gräser, Birkenpollen und Katzenhaar allergisch. Jetzt kann ich auch meine Freunde besuchen, die Katzen haben. Habe ich die Allergie verloren?

PROF. ENZMANN : Das ist ja auch Sinn unserer Therapie. Mit der Hyposensibilisierung versuchen wir diesen Vorgang nachzuahmen. Es kann aber auch sein, daß die Katzen zufälligerweise jetzt weniger Allergen ausscheiden. Also, ich bitte um Vorsicht.

Rocky18 : Meine Tochter ist 7 Jahre und leidet sehr stark unter Heuschnupfen. Ihre Nase ist oft so verstopft, daß sie nachts nicht schlafen kann. Aber sie muß morgens in die Schule und sollte deswegen ausgeschlafen sein. Seit ca.3 Jahren wird Leonie mit "Pangramin" behandelt, aber ich habe den Eindruck, daß die Hyposensibilisierung nicht richtig anschlägt. Von Februar bis Juli quält sich mein Kind mit den Allergien. Vor ein paar Tagen war ich mit ihr bei einem Homöopathen, der ihr "Arumtriphyllum" oder so ähnlich verschrieb (Schrift schwer zu entziffern). Dieses Mittel nimmt Leonie zusätzlich zum Pangramin. Bitte sagen sie mir, was ich noch tun kann. Ich weiß mir keinen Rat mehr. Ich möchte nicht mehr länger zusehen, wie mein Kind leidet. Ich weiß nicht, wohin ich mich noch wenden kann. Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

PROF. ENZMANN : Sie sollten einfach in das Telefonbuch schauen und sich einen HNO-Arzt aussuchen, der auch Allergologe ist. Heutzutage muß es eigentlich gelingen, einen Heuschnupfen mit üblichen Medikamenten zu behandeln, so daß die Patienten fast beschwerdefrei werden.

Natalie : Ich habe Heuschnupfen, hatte vor 2 Jahren ein Schlaganfall, habe auch Bronchialasthma und Wespen-, Mücken- und Bienen-Allergie. Ich bekomme Aspirin (Blutverdünnungsmittel) und nun sagten sie, daß Aspirin und Asthma nicht zusammen passen. Hat mein Arzt nun einen Fehler gemacht ? Die Allergien schlagen immer auf die Lunge und ich bekomme ab und zu dann auch Cortison. Dann habe ich noch eine Frage, ich habe Pickel, die jucken und eine wässrige Flüssigkeit haben und wenn man kratzt werden sie groß als wenn man in Brennnesseln gefaßt hat und dann sind sie wieder weg und kommen aber ständig wieder , meine Kinder haben die gleichen Probleme und niemand findet heraus, was das ist. Können sie mir einen Tip geben, was das ist ?

PROF. ENZMANN : Es gibt zwei Möglichkeiten, entweder man hat die Neigung zu einer Allergie, wie den Heuschnupfen oder die Neurodermitis Atopika und ein durch Pollen oder Hausstaubmilben ausgelöstes Asthma. Oder aber man hat ein sog. Intrinsic-Asthma mit einem chronischem Schnupfen. Dessen Ursache man so genau nicht kennt. Manchmal kommen leider auch beide Krankheiten zusammen vor. Mit dem Asthma, dessen Ursache man nicht kennt,entwickelt sich häufig eine Überempfindlichkeit auf Aspirin aber auch alle anderen in der Apotheke frei verkäuflichen Schmerzmittel. Deshalb hat der Arzt gesagt, daß sich das Aspirin mit Ihrem Asthma möglicherweise nicht verträgt. Die Aspirinüberempfindlichkeit kann man sicher nur durch eine Provokation in der Diagnose sichern. Das ist gefährlich und schwierig und wird deshalb nur von sehr Wenigen gemacht und ist auch nicht immer gegenüber dem Patienten zu verantworten. Es gibt aber spezielle Medikamente, die gerade bei diesen Atemwegserkrankungen erfolgreich eingesetzt werden. Trotzdem ist dies ein sehr schweres Krankheitsbild.

beachfreak : Wenn gar nichts mehr hilft ( Cortison-Tabletten, Desensibilisierung usw. ) und der Gesundheitszustand permanent schlechter wird, was halten Sie von einer Cortison-Spritze (Volon A )? Kann man so etwas bedenkenlos bei einem jungen Mädchen (17) anwenden?

PROF. ENZMANN : Cortison muß eigentlich wirken, egal wie man es einnimmt, ob über den Mund oder die Spritze. Eine Cortison-Spritze Volon A ist sicher in der Regel bedenkenlos. Das ist jedoch nicht der Fall, wenn man das immer wieder braucht. Dann gibt man einfach zuviel Cortison und hat die vielen Nebenwirkungen des Cortisons voll vor sich. Die Cortison-Spritze war sicherlich mit verantwortlich für die von vielen Patienten noch mitgetragene Angst vor Cortison.

ARMIN : Was ist eine "SLIT-THERAPIE"?

PROF. ENZMANN : SLIT-Therapie heißt, sublimale Immuntherapie. Es ist seit längerem bekannt, daß gewisse Allergene, wenn man sie in den Mund nimmt, nicht zu einer Allergie, sondern zu einer Toleranz gegenüber dieser Substanz führen. s gibt in der Zwischenzeit gute Statistiken, die nachweisen, daß ein Allergen in entsprechender Konzentration unter die Zunge gebracht, die Verträglichkeit bessert. also, kurz gesagt, der Patient bekommt Tropfen unter die Zunge und diese Tropfen enthalten das Allergen. Die Wirkung ist etwas schwächer als die der Spritze.

Flo : Vererbt sich Heuschnupfen, gibt es dafür eine familiäre Disposition?

PROF. ENZMANN : Der Heuschnupfen ist eine erworbene Erkrankung, die Disposition dazu ist jedoch ererbt. Wenn ein Patient nie mit Gräserpollen in Berührung kommt oder z. B. nie mit selteneren Allergenen, kann er trotz familiärer Disposition keine entsprechende Allergie bekommen. Der ganz Gesunde hat zwar Kontakt mit dem Allergen, hat darauf jedoch eine Toleranz entwickelt.

reichert : Besteht die Möglichkeit das Einsetzen einer allergischen Reaktion bei Heuschnupfen hinauszuzögern, so dass ich nicht den ganzen Frühling und Sommer leiden muß?

PROF. ENZMANN : Es ist ganz klar, der Heuschnupfen ist heutzutage mit den vorhandenen Medikamenten zu behandeln, so daß Sie fast beschwerdefrei sein können.

Melanie : Ich habe seit meinem 14 Lebensjahr Heuschnupfen. Es fing erst nur mit Niesen, dann Augen tränen etc. an. Jetzt am Sonntag hatte ich meinen ersten Asthmaanfall. Ich bin nun 26 Jahre. Hilft eine Impfung? Was kann ich tun?

PROF. ENZMANN : Ja, wenn das Asthma gekommen ist und ganz frisch ist, sollte man unbedingt eine Hyposensibilisierung, wir nennen das Impfung, anwenden. Eine abwartende Haltung ist nicht mehr zu rechtfertigen.

Tom : Ich möchte im Urlaub mal was anderes erleben als immer nur Nordsee. Wie ist das in den skandinavischen Ländern, wo der Sommer sehr viel später beginnt? Sind Island, Grönland oder Alaska frei von Heuschnupfen-Auslösern?

PROF. ENZMANN : Heuschnupfen ist ja durch Gräserpollen ausgelöst, an der Nordsee sind diese bereits geringer. In Island, Grönland oder weniger in Alaska müßten sie noch weniger verbreitet sein. Es gibt Atlanta, wo man das nachlesen kann, wie groß und wann der Pollenflug ist. Ich glaube, das war die Antwort auf Ihre Frage.

kriwald : Habe den Eindruck Heuschnupfen ist eine Erkrankung der westlichen Welt. Warum sind wir hier davon betroffen und in unterentwickelteren Regionen sind die Menschen davon frei?

PROF. ENZMANN : Diese Frage wird intensivst untersucht und es gibt keinen Zweifel, daß die allergischen Erkrankungen von der Lebensweise abhängen und zwar in der typischen westlichen Lebensweise verstärkt sind. Ob dies, wie vermutet, der besondere Smog in der westlichen Welt ist, die andere Nahrungsmittelauswahl oder die verringerte Infektionsrate kann im Augenblick noch nicht entschieden werden.

Verafan : Wenn man schon Heuschnupfen hat, besteht dann auch die Gefahr, dass man allergisch gegen weitere Allergene wird, z.B. Hausstaubmilbe etc., und dann irgendwann Asthma bekommt?

PROF. ENZMANN : Das sind zwei Fragen. Wenn man eine Neigung zu allergischen Erkrankungen hat, besteht die Gefahr, daß sich das Allergenspektrum erweitert, also z. B. erst nur Birkenpollen, später kommen Gräser dazu und dann später Hausstaubmilben. Die Gefahr, daß man irgendwann Asthma bekommt, besteht, je nach dem, was man als Asthma bezeichnet, sind die Zahlen zwischen 30 und 60 %. Das gilt jedoch leider auch bei einer reinen Pollenallergie.

rgwien : Lebensweise und Heuschnupfen - welche Änderungen würden dann helfen, was ist gesunde allergenfreie Lebensweise?

PROF. ENZMANN : Man weiß die Ursache nicht, warum die westliche Lebensweise vermehrt zu Allergien führt Es gibt auch einige Gesichtspunkte, die sich in der letzten Zeit herauskristallisieren. Sicher ist es günstig, als Kind gestillt zu werden, bis zum ca. 6. Lebensmonat. Wahrscheinlich, ich sage nur wahrscheinlich, ist es günstig, wenn man als Kind nicht allzu sauber gehalten wird.

rgwien : Allergie /allergische Reaktion: Kann man auf Tabakrauch (Zigaretteninhaltsstoffe) als Passivraucher allergisch sein? Kann man das medizinisch testen?

PROF. ENZMANN : Tabakrauch wurde tatsächlich bis in die 70er Jahre sehr häufig im Pricktest getestet. Ich habe damals keine positiven Reaktionen gesehen. Andererseits, wenn ein Patient bereits eine Allergie hat, z. B. eine Hausstauballergie, ist seine Schleimhaut auf zusätzlichen Reiz, auch auf Tabakrauch, besonders empfindlich. Der Hinweis des Patienten auf eine Tabakrauchallergie sollte immer Anlaß sein, eine nichterkannte andere Allergie, z. B. auf Hausstaubmilden, zu suchen.

Juergen aus HH : ich bin 41 Jahre alt und leide seit über 30 Jahren an Heuschnupfen und diversen Allergien. Die Symptome sind hauptsächlich Reizung der Schleimhäute und Augen, teilweise der Lunge. Da ich eine Vielzahl von z. B. Tierhaarallergien und auch gegen Hausstaub habe, sagt mein behandelnder Arzt, es sei nicht sinnvoll eine Desensibilisierung vorzunehmen. Wie sehen sie die Möglichkeit für mich, eine solche Desensibilisierung vorzunehmen und welche Heilungschancen sehen sie?

PROF. ENZMANN : Der Hauttest allein macht noch keine Allergie, dazu gehört noch die Eigenbeobachtung des Patienten. Tierhaare kann man fast immer meiden, Ausnahme ist vielleicht die Katze, die praktisch überall ihr Allergen hinterlassen hat. Aber auch das gilt nur, wenn man wirklich hochgradig auf Katze allergisch ist, d. h. daß man in der Straßenbahn erkennt, daß der Nachbar daheim eine Katze haben muß. Ansonsten sind Tierhaarallergien durch Vermeiden des Kontaktes zu den Tieren zu kontrollieren. Wenn das nicht bei Ihnen der Fall ist, sehe ich eigentlich nur noch ein Allergen, der Hausstaub oder besser gesagt, die Hausstaubmilbe. Mit der Hausstaubmilbe kann man keine Desensibilisierung, sondern nur eine Hyposensi-bilisierung vornehmen, d. h. es wird besser aber Sie werden nicht ganz gesund. Bei der Katze ist eine Hyposensibilisierung auch möglich aber selten sinnvoll. Dazu müssen Sie wirklich reagieren, wenn Sie eine Katze nur von Ferne sehen oder eben den katzen¬haltenden Nachbarn an der Reaktion Ihrer Nase erkennen.

stichheimer : Ich habe in dieser Zeit jetzt ständig geschwollene Schleimhäute, habe ständig Schleim im Hals und bin dauerhaft müde. Irgendwie fühle ich mich komplett reduziert. Besteht da ein Zusammenhang?

PROF. ENZMANN : Ständig geschwollene Schleimhäute und ständig Schleim im Hals kann leider mehrere Gründe haben, z. B. eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung. Besonders dann fühlt man sich komplett reduziert. Bei der Allergie ist dies eher selten, kommt aber vor. Ich danke für die vielen Fragen und möchte darauf hinweisen, daß es Ärzte gibt, die eine zusätzliche Ausbildung für die Allergie besitzen. Das können Dermatologen, HNO-Ärzte, Kinderärzte, Internisten aber auch andere Fachgebiete sein. Die heutige pharmazeutische Industrie bietet Medikamente an, so daß der einfache Heuschnupfen eigentlich kein Problem für den Patienten mehr sein sollte.

PROF. ENZMANN : Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!

Ende der Sprechstunde.